Aktuelle Termine sind auf der deutschen Website
von One by One zu finden.
http://www.one-by-one-de.org


One by O
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Die Folgen von Nationalsozialismus und Voelkermord -
Nachkommen von Opfern und Taetern im Dialog

"Nicht das Wegsehen, sondern das Hinsehen macht die Seele frei." (Theodor Litt, 1946)

Wer ist One by One?

One by One, Inc. ist eine gemeinnuetzige Organisation, die von AmerikanerInnen und Deutschen 1996 in Boston/USA gegruendet wurde.

One by One versteht sich als Forum fuer den Dialog zwischen den Nachkommen der Opfer und den Nachkommen der Taeter des Nationalsozialismus.

Die Mitglieder kommen von zwei Seiten. Sie sind aufgewachsen in

  • Familien, deren Angehoerige in der Zeit des Nationalsozialismus durch Diskriminierung, Verfolgung und Konzentrationslager traumatisiert wurden. Viele Nachkommen leiden noch heute unter dem Trauma ihrer Eltern.
  • Familien, deren Angehoerige in der Zeit des Nationalsozialismus Idealogie zur Taetergesellschaft gehoerten, indem sie die nationalsozialistische Ideologie unterstuetzten, Mitlaeufer waren, Verbrechen begingen oder sie zu verantworten hatten. Ihre Nachkommen fuehlen sich durch das Schweigen ihrer Eltern belastet.

Was will One by One?

One by One hat das Ziel, einen Dialog zwischen den Nachkommen der Verfolgten und den Nachkommen der Taeter des Nationalsozialismus zu ermoeglichen.

In diesem Dialog ermutigen sich die TeilnehmerInnen gegenseitig:

  • die Buerde traumatischer Erlebnisse der Eltern mitzuteilen, um sich der Folgen von erfahrener Inhumanitaet bewusst zu werden,
  • die Verstrickungen der eigenen Familie in den Nationalsozialismus zu begreifen, um sich der Folgen von Schuld und Verdraengung bewusst zu werden,
  • zu Personen zu werden, die faehig sind zu Anteilnahme und Klarsicht,
  • Stellung zu beziehen gegen die Verharmlosung des Faschismus und die Relativierung der Shoah,
  • aufzustehen gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus heute.

One by One versteht sich darueber hinaus als Modell fuer die Begegnung von Gruppen, die sich wegen politischer, religioser oder ethnischer Konflikte gegenueberstehen.
Verstaendigungsversuche sind ein Schritt auf dem Weg, den Kreislauf von Hass und Gleichgueltigkeit zu durchbrechen – hin zu einem Leben in Vielfalt und Respekt.

Wo begegnen sich die TeilnehmerInnen?

One by One bietet an:

  • Offene Gespraechsrunden, die einmal im Monat stattfinden. Hier kann die Auseinandersetzung mit der Haltung der eigenen Familie waehrend des Nationalsozialismus mit Gleichgesinnten beginnen.
  • Dialoggruppen, die einmal jaehrlich als 5-taegiges Seminar stattfinden. Die Gruppen werden von professionellen Leiterinnen begleitet. Sie kommen wie die TeilnehmerInnen von beiden Seiten.

Die Frage in den Dialoggruppen lautet: "Welche Spuren hat es in meinem Leben hinterlassen, aus einer verfolgten Familie oder aus einer Familie zu kommen, die zur Taetergesellschaft gehoerte?" Im Miteinandersprechen koennen Antworten gefunden werden, was die Nachkommen von der Opfer- und der Taeterseite miteinander verbindet und was sie voneinander trennt.

Jaehrliche Konferenzen, die entweder in den USA oder in Deutschland stattfinden. Sie vertiefen die Erfahrung durch Referate und Workshops und ermoeglichen die Begegnung mit Menschen, die sich mit aehnlichen Fragen beschaeftigen.

 

Oeffentlichkeitsarbeit

One by One will die Erfahrungen aus den Dialoggruppen weitergeben bei Besuchen in Schulen und Universitaeten, Kirchengemeinden und Synagogen und anderen Institutionen, sowohl in Deutschland als auch in den USA.

Nach Moeglichkeit sprechen je eine Person der Opfer-und der Taeterseite gemeinsam. SprecherInnen koennen angefragt werden.

 

Ausstellungen - Konzerte - Lesungen

Kunst ist ein wichtiges Medium des Dialogs. Sie hilft, eine Sprache fuer das Unaussprechliche zu finden. KuenstlerInnen bei One by One untersuchen in ihrer Sprache, ihrer Musik, ihren Bildern und Skulpturen, welche Spuren der Holocaust und der Nationalsozialismus in ihrem Leben eingegraben hat.

Ausstellung, Konzert oder Lesungen koennen gebucht werden.

"Abstraction is memory's most ardent enemy. It kills because it encourages distance and often indifference. We must remind ourselves that Holocaust was not six millions. It was one plus one plus one"

"Der schlimmste Feind der Erinnerung ist die Abstraktion. Sie toetet ab, weil sie zu Distanz und oft zu Gleichgueltigkeit ermutigt. Wir muessen uns daran erinnern, dass der Holocaust nicht die Zahl «sechs Millionen« repraesentiert. Er bedeutet: ein Mensch und noch ein Mensch und noch ein Mensch"

(Judith Miller: One-by-One-by-One)


One by One


One by One Deutsche Sektion
c/o Berthold Schneiderheinze
16547 Birkenwerder
Telefon: (03303) 21 47 16
berthold@one-by-one-de.org

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Clemens Kalischer